Sonntag, 23.05.2010 13:57 Uhr

EV Ravensburg erhält Zuschlag für Damen-WM 2011

Der Eishockey-Weltverband (IIHF) hat die Weltmeisterschaft Division 1 2011 im Fraueneishockey nach Ravensburg vergeben. Das deutsche Team wird vom 11. bis 17. April 2011 in der Eissporthalle um den Wiederaufstieg in die Gruppe der besten Nationalteams kämpfen. Erstmals wird damit ein offizielles Turnier der IIHF in Ravensburg ausgetragen.

Von: W. Leiprecht ─ Pressesprecher EV Ravensburg

Deutschland wird auf die Damennationalmannschaften aus Österreich, Norwegen, Lettland, Japan und China treffen. Die Entscheidung, dass die Weltmeisterschaft der Division 1 im nächsten Jahr in Ravensburg ausgespielt wird, fiel am Samstag (22. Mai) auf einer Sitzung des IIHF-Direktoriums in Köln. Am Donnerstag hatte sich der Deutsche Eishockeybund am Rande der Herren-WM mit Ravensburg als Spielort vor der IIHF präsentiert. Die Bewerbung, bei der unter anderem der mit Eishockeyszenen aufgefütterte Videoclip der Stadt Ravensburg gezeigt wurde, überzeugte das internationale Gremium. Deutschland setzte sich gegen den Mitbewerber China durch. Es war eine knappe Entscheidung. Am Ende stand das Stimmverhältnis 13:11 für Deutschland.
Die Weltmeisterschaft in Ravensburg wird ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des EVR sein. Der EVR verfügt aus dem MLP Nations-Cup über reichhaltige Erfahrung in der Organisation eines Sechs-Nationen Turniers. Eine WM mit ihrem ganzen Umfeld ist aber nochmals eine Nummer größer.
Nach der erfolgreichen Bewerbung geht es jetzt mit der Arbeit für den EVR richtig los. Gespräche mit der Stadt, der Oberschwabenhallen GmbH, Sponsoren und Partnern stehen an. Der EVR wird für die Organisation eine GmbH gründen, deren Mitgesellschafter der Verein sein wird.
Bereits vor der Bewerbung wurde gerechnet, wie aufwändig eine WM in Ravensburg sein würde. Der EVR-Vorstand rechnet mit einem Budget von rund 200 000 Euro. Das ist etwa das Doppelte der Ausgaben für den MLP Nations Cup in diesem Jahr. Ins Geld gehen unter anderem Umkleidecontainer, die bei der Eissporthalle aufgestellt werden müssen, da es in Ravensburg für sechs Teams zu wenig Kabinen gibt. Beim MLP-Cup, der im WM-Jahr 2011 in Ravensburg nicht ausgetragen wird, hatte man zuletzt auf Container verzichtet, um die Kosten zu drücken.
Zuschüsse gibt es für die WM vom Eishockey-Weltverband und vom Deutschen Eishockeybund. Der DEB hat darüber hinaus bereits einen Zuschussantrag beim Bundesinnenministerium gestellt. Einen erheblichen Teil des Budgets wird der EVR aber aus eigener Kraft stemmen müssen. Neben der Unterstützung von Sponsoren und Werbepartnern werden die Einnahmen aus dem Zuschauereintritt eine wichtige Größe sein. Der EVR setzt auf die ungebremste Eishockeyeuphorie in Ravensburg. Dass neben dem deutschen Team auch die Damenauswahl aus dem nahen Nachbarland Österreich antritt, dürfte für die Zuschauerresonanz und für die Werbewirksamkeit des Turniers ein zusätzlicher Anreiz sein.
Dass die Wahl des DEB auf Ravensburg als Austragungsort fiel, ist eine Anerkennung für eine immer wieder hervorragende Organisation internationaler Begegnungen durch den EVR: Hinzu kommt eine Publikumsresonanz, wie sie das Fraueneishockey in Deutschland bislang nur in Ravensburg erlebt. DEB-Vizepräsident Bodo Lauterjung hatte der treuen Fangemeinde nach dem MLP Nations Cup im Januar dieses Jahres dann auch versprochen, dass für den DEB nur ein Austragungsort für die B-WM in Frage kommt: Ravensburg.